Die wichtigsten Kreditarten im Überblick
Ratenkredit: klassischer Konsumkredit mit fester monatlicher Rate, Laufzeit 12-84 Monate, Zinsen aktuell 4-8 %. Autofinanzierung: oft günstiger über die Hausbank als über den Händler – dort wird der 'Null-Zins' häufig durch entgangene Rabatte erkauft. Baufinanzierung: langfristiger Kredit für Immobilien, Laufzeit 10-30 Jahre, Zinsen aktuell 3,5-4,5 %. Dispokredit: flexibel auf dem Girokonto, mit 10-14 % der teuerste Standardkredit. Kreditkarten-Teilzahlung: 18-22 % Zinsen, sollte man nie aktivieren. Studienkredit: KfW (zinsgünstig, später rückzahlen) – sinnvoll, wenn BAföG nicht reicht.
Effektivzins – die einzige Zahl, die zählt
Wenn du Kredite vergleichst, schau ausschließlich auf den Effektivzins (oder 'effektiver Jahreszins'). Im Effektivzins sind alle Kosten enthalten: Sollzins, Bearbeitungsgebühren, Restschuldversicherung (wenn enthalten), Kontoführungsgebühren. Der reine Sollzins ist nichts wert für einen Vergleich. Wichtig: bonitätsabhängige Zinsen ('2,99 % bis 9,99 %') – der Zwei-Drittel-Zins (also der Zins, den 2/3 der Kunden tatsächlich bekommen) muss gesondert ausgewiesen werden. Frag im Gespräch konkret nach diesem Zwei-Drittel-Zins.
Wann lohnt sich überhaupt ein Kredit?
Faustregel: ein Kredit ergibt nur Sinn, wenn das, was du finanzierst, mindestens so lange hält wie der Kredit läuft. Wohnung (30 Jahre Wert) auf 20 Jahre finanzieren: okay. Auto (10 Jahre Lebensdauer) auf 6 Jahre finanzieren: okay. Möbel auf 60 Monate finanzieren: grenzwertig. Urlaub auf 24 Monate finanzieren: niemals. Iphone auf 24 Monate Rate: rechnerisch oft teurer als der Vollpreis. Konsumkredit für Konsumgüter ist fast immer ein Zeichen, dass du über deine Verhältnisse lebst – außer, du nutzt ihn bewusst als Cashflow-Brücke und kannst ihn sicher tilgen.
Restschuldversicherung – genau hinschauen
Die Restschuldversicherung (RSV) soll die Kreditrate weiterzahlen, wenn du krank wirst, arbeitslos oder verstirbst. Das klingt zunächst vernünftig, kann aber je nach Tarif vergleichsweise teuer ausfallen (oft im Bereich von 8-15 % der Kreditsumme als Einmalprämie) und enthält in vielen Fällen umfangreiche Ausschlüsse. Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass nicht jeder Schadensfall tatsächlich reguliert wird. Aus unserer Sicht könnte es sinnvoll sein, alternativ über eine separate Risikolebensversicherung (für den Hinterbliebenenschutz) und eine Berufsunfähigkeitsversicherung nachzudenken – diese würden nicht nur den einen Kredit absichern. Wichtig: Die RSV darf rechtlich keine Bedingung für den Kredit sein. Sollte eine Bank das so darstellen, empfehlen wir dir, dies zu hinterfragen und ggf. ein Vergleichsangebot einzuholen.
Schufa & Bonität – was deine Score-Werte beeinflusst
Die Schufa speichert deine 'Kreditwürdigkeit' – wichtig bei jedem Kredit, jeder Wohnung, manchmal beim Handyvertrag. Positiv: pünktliche Zahlungen, langjährige Konto- und Vertragsbeziehungen, wenige laufende Kredite. Negativ: zu viele Kreditanfragen in kurzer Zeit, gekündigte Konten, Inkasso-Einträge, Zahlungsausfälle. Wichtig: 'Anfrage Kreditkondition' ist neutral und sichtbar nur für dich. 'Anfrage Kredit' wird gespeichert und kann den Score drücken. Einmal jährlich kostenlose Selbstauskunft anfordern (meineschufa.de) und falsche Einträge sofort widersprechen.
Baufinanzierung – die Königsdisziplin
Wer ans eigene Häuschen denkt, sollte einige Punkte kennen. Eigenkapital: idealerweise 20-30 % des Kaufpreises plus Kaufnebenkosten (Notar, Grunderwerbsteuer, ggf. Vermittlungs-Courtage – zusammen 10-15 %). Zinsbindung: bei niedrigen Zinsen lang (15-20 Jahre), bei hohen Zinsen kurz (5-10 Jahre) – wer 2022 lange band, war klug. Tilgung: mindestens 2-3 % anfänglich, sonst läuft der Kredit ewig. Sondertilgungsrechte (idealerweise 5-10 % pro Jahr) müssen vertraglich vereinbart sein. KfW-Förderung prüfen: zinsgünstige Kredite für energieeffizientes Bauen/Sanieren, oft mit Tilgungszuschüssen. Und: nicht die monatliche Rate ans Maximum quetschen – mindestens 10-15 % Puffer für Zinserhöhungen einplanen.